Goldakupunktur ...

Die Goldakupunktur bzw. Goldimplantation, ist eine Sonderform der klassischen Akupunktur, nach den Regeln der traditionellen chinesischen Medizin, die vor allem bei Hunden im Rahmen der ganzheitlichen Orthopädie Anwendung findet.
Grundsätzlich wenden wir sie aber auch bei anderen Tierarten an, beispielsweise auch bei Katzen. Bei Pferden hat sich die Goldakupunktur auch bei Verletzungen der unteren Gliedmaßen bewährt, in dem sie überschießende Granulationsgewebsbildung im Rahmen schlecht heilender Wunden i.d.R. verhindert, so daß nicht nur ein besserer kosmetischer Effekt sondern auch ein früherer Einsatz des Pferdes erzielt werden kann.

Bei diesem Verfahren werden in einer einmaligen Behandlung 24 karätige, 1 – 3 mm lange und 1 mm dicke Golddrähte, meist an bestimmten Akupunkturpunkten unter Sedation, bzw. leichter Narkose implantiert.

Wir benutzen für diesen Eingriff ein extra für diese Zwecke entwickeltes Implantationsgerät, das uns ein minimalinvasives Vorgehen ermöglicht, wodurch eine Wundnaht und ein späteres Fadenziehen nach der Implantation nicht mehr nötig ist. Die Implantate bleiben lebenslang wirksam, wandern nicht und schließen andere Behandlungen nicht aus.

Otto aus Aschau - einer unserer zahlreichen "Goldhunde" - Mitglied der Rettungshundestaffel. Seit der Goldakupunktur bei uns, ist er wieder besser belastbar.


Hauptindikation dieser Therapie ist die Schmerzbeseitigung - bzw. Schmerzlinderung im Rahmen chronischer Gelenkerkrankungen mit oder ohne degenerative Gelenkveränderungen, wie zum Beispiel Hüftgelenks – und Ellenbogendysplasien (HD, ED), Kniegelenkarthrosen, Sprunggelenkarthrosen, sowie Spondylosen der Wirbelsäule. Besonders bemerkenswert ist, daß durch die Goldakupunktur der schmerzbedingte Schongang, der gesunde Gelenke in der Regel überlastet, aufgehoben werden kann, so daß mögliche Folgeschäden am Bewegungsapparat oftmals verhindert werden können. Daher ist es sinnvoll, auch schon bei jungen Hunden mit Gelenkdysplasie diese Therapie anzuwenden.

Der positive Effekt dieser Behandlungsmethode erstreckt sich also nicht nur auf ein einzelnes Gelenk, sondern umfaßt den gesamten Körper - einschließlich das Verhalten, denn Schmerzen verringern das Wohlbefinden und können sogar zu Aggressivität führen !

Nach der Goldimplantation ist die Gabe von zuvor benötigten Schmerzmitteln oft nicht mehr nötig, oder kann zumindest reduziert werden. Ferner ist es möglich, dem Tier durch diesen Eingriff, auf die Schmerzreduktion abzielende, stark invasive Operationsmethoden zu ersparen (wie z.B. die Durchtrennung des Musculus pectineus, oder die Hüftdenervation). Die Goldakupunktur unterstützt also nicht nur die Schulmedizin, sie kann diese sogar oftmals auch ersetzen !

Allerdings kann auch dieses Verfahren, genauso wenig wie die Schulmedizin, eine Genesung garantieren, oder bereits vorhandene Arthrose beseitigen, d.h. auch wenn die Beweglichkeit der behandelten Tiere nach der Vergoldung in der Regel deutlich zunimmt, bleiben die radiologisch sichtbaren arthrotischen Gelenkveränderungen erhalten.

Bezüglich der Wirkungsweise vermutet man, daß Gold aufgrund der elektrischen Eigenschaften eine Neutralisierung des durch die chronische Entzündung verursachten sauren Gewebes bewirkt, wodurch es zu einer verbesserten Gewebedurchblutung kommt, die den Stoffwechsel im Gewebe des erkrankten Gebietes günstig beeinflusst, so daß giftige Stoffwechselprodukte besser abgeführt werden. Mittlerweile konnte nachgewiesen werden, daß Goldionen von Makrophagen (spezielle Abwehrzellen des Körpers) aufgenommen werden und somit vor allem im Nervenbereich Entzündungsvorgänge und damit auch den Schmerz unterbinden.

Therapie - Voraussetzung ist anfangs eine ganzheitlich orthopädische Untersuchung, bei der wir individuell für jeden Hund, die wirksamsten Implantationspunkte ermitteln. Diese umfaßt unter anderem eine Lahmheitsdiagnostik, die von uns neben palpatorischen und radiologischen Untersuchungen, auch mittels videogestützter Gangbildanalyse durchgeführt werden kann.

Die Goldakupunktur empfehlen wir grundsätzlich bei degenerativen Gelenkerkrankungen, also nicht nur bei bereits sichtlich erkrankten Hunden, sondern schon präventiv bei Hunden mit HD und ED – Befunden, die noch keine Lahmheiten aufweisen, sowie bei an Gelenken operierten Hunden (z.B. Kniegelenkoperation nach vorderem Kreuzbandriß), denn Gelenkoperationen, besonders wenn diese intraartikulär durchgeführt werden, begünstigen eine Arthrose.

Die Goldimplantation kann bereits schon bei nur einige Monate alten Welpen mit Anzeichen von Gelenkanomalien, insbesondere der Hüfte, durchgeführt werden.

Wir führen die Goldakupunktur vorwiegend bei Hunden mittleren Alters durch und zunehmend auch im Rahmen der Geriatrie bei alten Hunden, da wir der Meinung sind, daß auch diese Patientengruppe noch in den Genuß dieser Methode kommen sollte, um für den Rest des Lebens eine Steigerung des Wohlbefindens zu erfahren.

Daher bieten wir, extra für den alten Hund, ein spezielles, kostengünstiges Seniorenprogramm an.

Diese Behandlungsmethode erfordert eine umfassende Sachkenntnis und eine spezielle Ausbildung, die wir zu dem durch stetige Weiterbildung auf diesem Gebiet vertiefen, so daß wir mittlerweile die Goldakupunktur über die Orthopädie hinaus bereits bei anderen medizinischen Indikationen anwenden.

Eine Sonderform stellt die ebenfalls von uns durchgeführte Platinakupunktur dar.

Patienten, die von anderen Tierärzten zu uns überwiesen werden, erhalten nach der Behandlung von uns eine Rücküberweisung.